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Veranstaltungsreihe: Mosse-Lectures

Heimat und Nomadismus. Anthropologische Perspektiven

Karl-Heinz Kohl, Professor für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, spricht im Rahmen der Mosse-Lectures

Termine

Do., 06.12.2012 19:15 Uhr

Standort

Unter den Linden 6.Universitäts-Hauptgebäude

Einer weit verbreiteten Vorstellung entgegen schweifen Nomaden nicht ziellos umher. Die Wanderungen klassischer nomadischer Gesellschaften sind vielmehr zyklischer Natur. Sie folgen geordneten Bahnen, die durch die wechselnden Jahreszeiten bedingt sind. Ihr „Gelobtes Land“ ist kein utopischer Ort, der in unbekannten Räumen oder fernen Zeiten liegt. Vielmehr wird „das Land, darin Milch und Honig fließt“ meist mit dem Land der Väter, mit der eigentlichen Heimat gleichgesetzt. Es ist der Ort, von dem man aufgebrochen ist und zu dem man immer wieder zurückkehrt, an dem man aber nicht für immer bleiben kann. In den globalen Migrationsbewegungen der Gegenwart hat diese archaische Konzeption eine unerwartete Wiederkehr erfahren. Das Leben in der Diaspora verlangt nach einem Ort, nach dem man sich sehnt und dem man sich zugehörig fühlt. Wie erträglich aber ist es dort, wenn man sich tatsächlich zur Rückkehr und zum Bleiben entschließt?

Karl-Heinz Kohl, Professor für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Direktor des Frobenius-Instituts; Schwerpunkte der Forschung in Südostasien, Religionsethnologie, Wissenschaftsgeschichte, Xenologie; Kuratierung zahlreicher Ausstellungen; Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.  Neuere Veröffentlichungen u.a.: Die Macht der Dinge. Geschichte und Theorie sakraler Objekte (2003), The End of Anthropology? (2011), Mithg.: Der Kaiser und sein Forscher. Der Briefwechsel zwischen Wilhelm II. und Leo Frobenius (2012), Ethnologie – die Wissenschaft vom kulturell Fremden (3. Aufl. 2012).

Im Wintersemester 2012/ 2013 beschäftigen sich die Mosse Lectures im weitesten Sinne mit dem Gelobten Land. Das Gelobte Land noch zu erblicken, es selbst aber nicht mehr betreten zu dürfen – dieses Schicksal, das die Bibel Moses zugeschrieben hat, scheint bis heute nicht nur religiösen Gründerfiguren, sondern all‘ jenen zu drohen, die von ersehnten, verheißenen oder utopischen Ländern künden.
Die unterschiedlichen Erscheinungsformen des Gelobten Lands und die zugehörigen rhetorischen und narrativen Konstellationen von Religion und Politik sollen in einer Reihe von Vorträgen zur Sprache kommen.



Weitere Informationen

Veranstalter: Institut für deutsche Literatur
Referenten: Karl Heinz Kohl, Frobenius-Institut, Universität Frankfurt/M.

Zur Website der Veranstaltung

Kontakt

Dr. Elisabeth Wagner
Telefon: 2093-9777
info@mosse-lectures.de

Raum: Senatssaal

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